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JS Booklover
Jasmin Stiller

Bloggerin

Rezension
Knochengrund
Lotte Petri

Die dänische forensische Anthropologin Josefine Jespersen wird nach Gotland gerufen, um einige Steinzeit-Skelette zu untersuchen, die bei Grabungen gefunden wurden. Doch als Josefine einen weiblichen Schädel genauer betrachtet, macht sie eine schaurige Entdeckung: Die Frau ist erst vor einigen Jahren getötet worden und in ihrem Schädel befindet sich der Knochen einer weiteren Person. Die Spur bringt Josefine und den Kriminalkommissar Alexander Damgaard auf einen alten Vermisstenfall. Und als zwei weitere Frauen ermordet werden, ist klar: Josefine und Damgaard jagen einen perfiden Serienmörder.

 

Anfänglich habe ich ein wenig gebraucht, um mit diesem Fall warm zu werden und sogar kurz überlegt, ob ich das Buch abbreche. 

Die Autorin hat es aber geschafft, nachdem ich ganz in die Geschichte eingetaucht war, die Spannung mehr und mehr aufzubauen, sodass die Story eine fesselnde Fahrt aufgenommen hat.

Ich bin demnach froh, das Buch weitergelesen zu haben, denn Lotte Petri hat mich und zwar besonders gegen Ende, wirklich überrascht, denn den Showdown habe ich so nicht ansatzweise erahnt.

„Knochengrund“ ist eher ein Kriminalroman und kein Thriller, was ich nicht schlimm finde, aber doch erwähnen möchte.

Lotte Petri hat ihren Charakteren interessante Profile geschenkt und besonders Josefine hat mir mit ihrer absolut authentischen Art und den Hürden, die sie zu meistern hat, sehr gefallen. Das Zusammenspiel mit Alexander, der eher kühler und sehr clever ist, hat dem Ganzen einen tolle zusätzliche spannende Note verliehen und ich habe die beiden sehr gerne bei den Ermittlungen begleitet. Grundsätzlich waren alle Figuren nahbar und passten stimmig ins Gesamtbild.

Der Kriminalfall wird aus der Sicht von Vergangenheit und Gegenwart erzählt, was ich sehr mochte.

Desweiteren hat die Autorin mit ihrem flüssigen Schreibstil punkten können, genau wie mit dem erschaffenen, düsteren und mysteriös rätselhaften Setting.

Am Ende fügt sich alles klug zusammen und ich habe wörtlich an den letzten Seiten vor Spannung geklebt.

Ein wirklich runder Krimi trotz Anfangsschwierigkeiten, den ich gerne gelesen habe und mich somit auf eine Fortsetzung freue.

Rezension
Waldgrab
Erik Axl Sund

In Stockholm wird ein verwahrlostes Mädchen aufgegriffen. Niemand weiß, wer sie ist und woher sie kommt, sie ist völlig verstört und spricht kein Wort. Zur gleichen Zeit erschüttern zwei grausame Morde die Stadt. Eine rätselhafte Spur führt die Kommissare Jeanette Kihlberg und Jimmy Schwarz zu dem Mädchen und zu einem Buch, das in Schweden gerade in aller Munde ist: Es erzählt die tragische Geschichte einer jungen Frau, die vor über hundert Jahren in den einsamen Wäldern Nordschwedens ein hartes Dasein fristete. Noch ahnen Kihlberg und Schwarz nicht, wie finster die Abgründe sind, die sich bald vor ihnen öffnen.

 

Auf diese Reihenfortsetzung war ich sehr gespannt, denn der erste Band hat mir damals richtig gut gefallen. Der zweite Teil war allerdings um einiges schwächer. Deshalb war ich in voller Hoffnung auf die Fortsetzung.

Das Autorenduo versteht es, ihre Psychothriller sehr dunkel und düster von der Atmosphäre her aufzubauen, was mir richtig gut gefällt. Der Schreibstil war sehr gut, genau wie bei den Vorgängern.

Der Plot klang vielversprechend und ich habe beim Lesen die ganze Zeit auf einen richtig spannenden Durchbruch hingefiebert, leider vergebens. 

Grundsätzlich wurde ich gut unterhalten, aber das gewisse Etwas hat in dieser Geschichte und in der generellen Umsetzung gefehlt.

Trotzdem gebe ich den beiden Autoren noch eine Chance, weil ich ihre Art mag und die Ideen wirklich toll finde. 

Ich hoffe, sie können mich mit einem vierten Band wieder so sehr begeistern, wie mit dem Reihenauftakt!

Rezension
Verschwunden
Sabine Thiesler

Elena Ludwig ist eine attraktive, gut situierte Maklerin und wohnt im Herzen von Siena. Gelangweilt von ihren Mitmenschen, lebt sie ihre sexuelle Leidenschaft auf eine riskante Art und Weise aus. Ein hochgefährlicher Kick, wenn sie an den Falschen gerät. Unterdessen erschüttert eine brutale Verbrechensserie die Toskana. Menschen verschwinden, und die wenigen, die zurückkommen, sind traumatisiert und für immer zerstört. Commissario Neri ermittelt, träumt aber schon von einem Altersruhesitz am Meer, den ihm die Maklerin Elena vermitteln soll. Doch dann verschwindet auch sie.

 

Sabine Thiesler hat sich bereits vor vielen Jahren, mit ihren Thrillern, in mein Herz geschrieben. Deshalb ist bei jeder ihrer Neuerscheinungen die Freude groß. 

Ihr letztes Werk „Im Versteck“ war sogar ein Highlight für mich und ich habe heute noch die Story dazu im Gedächtnis.

Wie auch bei ihren anderen Büchern verzaubert Sabine Thiesler wieder mit der Schönheit der toskanischen Kulisse und dem italienischen Flair.

Das Buch startet ohne große Umschweife, sehr spannend und Commissario Neri ist direkt in einen weiteren mysteriösen Vermisstenfall involviert. Es scheint keine Anhaltspunkte zu geben und die Polizei kommt frustriert keinen Schritt vorwärts.

Während Neri mit den Ermittlungen beginnt, lesen wir in einem anderen Strang über das private und berufliche Leben von Elena Ludwig, was geschickt in den Plot verflochten wurde. 

Insgesamt gibt es drei Stränge, die raffiniert zusammengehören und die den Spannungsbogen je weiter man ins Buch eintaucht, steigern und steigern.

Die Autorin hat nicht nur einen ausgeklügelten Thriller erschaffen, sondern ebenfalls interessante Haupt- sowie Nebencharaktere, die alles andere als blasse Profile haben. 

Bei knapp der Hälfte habe ich allerdings bereits geahnt worauf die Geschichte hinausläuft, womit mich das Ende demnach nicht gänzlich überraschen konnte. 

Ich habe dieses Buch mit viel Vergnügen und Genuss gelesen, großes Buchkino!

Rezension
Neuschnee
Lucy Foley

Winter in den schottischen Highlands: Neun Freunde verbringen den Jahreswechsel in einer abgelegenen Berghütte. Sie feiern ausgelassen, erkunden die eindrucksvolle Landschaft und gehen auf die Jagd, doch was als ein unbeschwerter Ausflug beginnt, wird bitterer Ernst, als heftiger Schneefall das Anwesen von der Außenwelt abschneidet. Nicht nur das Gerücht von einem umherstreifenden Serienmörder lässt die Stimmung immer beklemmender werden, auch innerhalb der Gruppe suchen sich lang begrabene Geheimnisse ihren gefährlichen Weg ans Licht. Dann wird einer der Freunde tot draußen im Schnee gefunden. Und die Situation in der Hütte eskaliert.

 

Mit „Sommernacht“ hat mich die Autorin im Jahr 2021 umgehauen. Deshalb war ich in einer unbeschreiblichen Vorfreude auf ihr vorheriges Werk „Neuschnee“. 

Die Geschichte ist vom Aufbau her so gestaltet, dass man nach und nach jeden einzelnen Charakter kennenlernt und die Konstellation in kleinen Häppchen erfährt, die genau richtig dosiert sind. Der Spannungsbogen wird dadurch konstant gesteigert, bis hin zur förmlichen Beendigungssucht, weil man einfach nur wissen will, wie es weitergeht und wie sich alles zusammensetzt.

Jede Haupt- und Nebenfigur hat eine interessante Rolle und fügt sich wie ein Puzzlestück in diesen Mordfall ein.

Lucy Foley versteht es, geschickt falsche Fährten zu legen und überrascht auf ganzer Linie, nicht nur mit dem Showdown, den ich nicht ansatzweise erahnt oder kommen gesehen habe, einfach großartig.

Ihr fantastischer Schreibstil lässt einen Seite um Seite nur so durch das Buch fliegen.

Das ausgewählte Setting sorgt für eine kalte und schaurige Atmosphäre, die perfekt zu dieser cleveren und grandios umgesetzten Story passt.

Ein Thriller, der mir puren Lesegenuss beschert und mich bis ins kleinste Detail begeistert hat!

Rezension
Feldpost
Mechtild Borrmann

Adele ist verschwunden.« Mehr mag die Fremde nicht sagen, die sich in einem Café einfach so an den Tisch der Anwältin Cara setzt – und kurz darauf ebenfalls spurlos verschwindet. Zurück bleibt lediglich ihre Handtasche. Neben anrührenden Feldpost-Briefen aus dem 2. Weltkrieg, die von einer großen Liebe zeugen, findet Cara darin auch Unterlagen über den Verkauf einer Villa in Kassel zu einem symbolischen Preis.
Doch was hat das alles mit ihr zu tun? Und weshalb wurde die Villa – anders als vereinbart – nie an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben? 
Caras Recherchen decken nicht nur die tragische Geschichte einer großen, verbotenen Liebe auf, sondern auch die Schuld einer Liebenden und einen bitteren Verrat.

 

Bücher wie „Feldpost“ brauchen den richtigen Moment, wenn man sie zur Hand nimmt. Wer einen seichten Roman erwartet, liegt nämlich mit dieser Annahme falsch.

Dieses Buch ist an einer wahren Lebensgeschichte angelehnt.

Mechtild Borrmann erzählt alles andere als oberflächlich und erzeugt beim Lesen die verschiedensten Emotionen, denn es ist eine sehr berührende und zugleich traurige Geschichte, die mich teilweise auch unfassbar wütend gemacht hat.

Ich brauchte eine Weile nach dem Beenden, denn diese Geschichte musste erst einmal verdaut werden. Das Familiendrama ereignet sich in zutiefst dunklen Zeiten Deutschlands und beinhaltet eine schwere bedrückende Thematik, politisch wie gesellschaftlich.

Die Autorin berichtet wortgewaltig, tragisch und spannend über die Zeit während des Nationalsozialismus.

Obwohl dieses literarische Werk keine leichte Kost ist, habe ich es gern gelesen und als Bereicherung empfunden.

Mein Vorsatz nach diesem Buch: Noch mehr Geschichten mit historischen Hintergrund zu lesen. 

Rezension
Die letzte Party
Clare Mackintosh

Am Silvester-Abend gibt Rhys Lloyd die Party aller Partys: Seine Ferienhäuser an einem See in Wales sind ein voller Erfolg, und er hat die walisischen Dorfbewohner großzügig eingeladen, mit ihren neuen reichen Nachbarn Champagner zu trinken. Doch nicht alle sind zum Feiern da: Am nächsten Morgen treibt Lloyds Leiche im See. Am Neujahrstag hat Ermittlerin Ffion Morgan ein Dorf voller Verdächtiger, die zugleich ihre Nachbarn, Freunde und Familie sind. Sie alle haben ein Motiv. Und niemand sagt wirklich die Wahrheit, auch Ffion nicht. Aber wer von ihnen lügt, um einer Verhaftung zu entgehen?

 

Nachdem ich bereits unzählige positive Stimmen zu dieser Geschichte vernommen habe, war ich gespannt wie ein Flitzebogen, ob ich mich der Begeisterung anschließen kann oder eher nicht.

Dies ist das erste Buch, welches ich von der Autorin gelesen habe und mein sofortiger positiver Eindruck war definitiv ihr Schreibstil und die Art, wie sie diesen Kriminalfall aufbaut.

Es gibt viele Figuren und noch mehr Informationen, aber ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, beladen zu werden, sondern mir hat das Zusammenspiel richtig gut gefallen.

Clare Mackintosh hat jedem Charakter absolut interessante Profile verliehen und dadurch war jeder für mich ein perfektes Puzzlestück in diesem Mordfall.

Die Mischung aus den abwechselnd erhaltenen Hintergründen und Infos zu den Figuren, wie zum Beispiel die unterschiedlichen zwischenmenschlichen Probleme, Gedanken und auch, dass wir hin und wieder aus der Sicht des Opfers lesen, hat mir unheimlich viel Spaß gemacht.

Außerdem sind mir Fjon und Leo mit diesem Reihenauftakt bereits sehr ans Herz gewachsen und ich hoffe, dass es ganz bald eine Fortsetzung gibt.

Das Buch war demnach im wahrsten Sinne des Wortes eine Party und zwar eine grandiose Rätselparty, was mir unfassbar gut gefallen hat.

Ich freue mich schon sehr auf weitere Bücher von Clare Mackintosh, denn sie gehört für mich jetzt schon zu meinen tollen Neuentdeckungen in diesem Jahr.

Rezension
Der mexikanische Fluch
Silvia Moreno-Garcia

Mexiko, 1950: Ein verstörender Brief führt die junge Noemí in ein entlegenes Herrenhaus in den mexikanischen Bergen: Dort lebt ihre frisch vermählte Cousine Catalina, die behauptet, ihr Mann würde sie vergiften. Sofort tauscht Noemí die Cocktailpartys der Hauptstadt ein gegen den Nebel des gespenstischen Hochlands. High Place ist der Sitz der englischen Familie Doyle, in die Catalina überstürzt eingeheiratet hat. Doch das Ansehen der Doyles ist längst verblasst und ihr Herrenhaus zu einem dunklen Ort geworden. Gut, dass Noemí keine Angst hat, weder vor Howard Doyle, dem widerwärtigen Patriarchen der Familie, noch vor Catalinas eitlem Ehemann Virgil. Aber als Noemí herausfindet, was auf High Place vor sich geht, ist es zu spät: Sie ist längst in einem Netz aus Gewalt und Wahnsinn gefangen.

 

Dieses Buch habe ich als sehr außergewöhnlich empfunden, denn die Autorin vereint mit dieser Geschichte einen Genremix. Deshalb empfinde ich die Bezeichnung „Roman“, als überhaupt nicht passend. Den Mix habe ich aus Thriller, ein wenig Horror und historischen Roman empfunden und fand die Mischung, faszinierend und spannend. 

Silvia Moreno-Garcia hat es geschafft, mich mit ihrer Art zu erzählen völlig ans Buch zu fesseln, denn ich wollte immer nur wissen, wie geht es weiter. Ich kann mich nicht daran erinnern, ein anderes vergleichbares Werk bereits gelesen zu haben.

Was sie erreicht hat, ist nicht nur fröstelnde unblutige Spannung zu erzeugen, sondern hat mir auch so einige Gänsehautmomente beschert und sogar an mehreren Stellen meine Ekelgrenze auf die Probe gestellt.

Die Autorin hat mit geschickt gestreuten Bildern zu diesem düsteren, kalten und beklemmenden Setting verschiedenste Fährten gelegt und somit ein tolles Verwirrspiel aufs Parkett gelegt, von dem man nicht weiss, was passiert wirklich, was ist Traum oder Einbildung.

Das Ende hat mich zwar nur in Teilen überrascht, was ich aber nicht negativ fand, im Gegenteil.

Auflösung und Showdown sind stimmig und die Autorin hat so den perfekten Abschluss kreiert, ohne offene Fragen.

„Der mexikanische Fluch“ ist ein Buch, das für mich aufgrund seiner Andersartigkeit unvergessen bleiben wird. Ich werde zukünftig erscheinende neue Werke von Silvia Moreno-Garcia nicht nur im Auge behalten, sondern garantiert auch lesen.

Rezension
Kalt genug für Schnee
Jessica Au

Eine Mutter und eine Tochter reisen, die eine aus Hongkong, die andere aus Melbourne, nach Tokio. Einfühlsam stellt die Tochter ein Programm für die beiden zusammen, das über die Annäherung an Kunst und Natur auch zu einer neuerlichen Annäherung der beiden führen soll. Sie flanieren entlang der Kanäle, essen in dampfenden Garküchen, besichtigen Galerien, Gärten und Tempelanlagen. Doch die ersehnte Vertrautheit will sich nicht einstellen, scheint ihnen immer wieder zu entwischen, und die Ungewissheit überwiegt: Wer spricht hier wirklich, nicht vielleicht doch nur die Tochter? Was verbirgt sich hinter all dem Unausgesprochenen dieser sonderbar entrückten Reise?

 

Meine Rezensionen sind immer spoilerfrei und bei diesem Büchlein, was man mit knapp hundertzwanzig Seiten auch als Kurzgeschichte bezeichnen kann, werde ich deshalb nicht weiter auf den Inhalt eingehen, weil der Klappentext schon sehr viel verrät.

Ich habe bis jetzt erst wenige Kurzgeschichten gelesen und war total gespannt, wie die Autorin diese interessante und ansprechende Thematik umsetzt.

Das Eintauchen in die Geschichte war fließend und die Art der Erzählweise mochte ich sofort.

Eine zarte Reise für Mutter und Tochter, die mit schönen Eindrücken zu Japan mir eine Freude bereitet hat, sie zu lesen und die beiden zu begleiten, zwischenmenschlich und kulturell.

Jessica Au hat mit ihren Beschreibungen meine Neugier auf Japan noch weiter verstärkt und ich habe mir am Ende gewünscht, dass das Buch mindestens 300 Seiten mehr hat. Dies ist auch mein einziger Kritikpunkt, denn ich habe mir hier mehr Ausführlichkeit und noch mehr Tiefgang erhofft.

„Kalt genug für Schnee“ war für mich ein Wohlfühlbuch, in das ich für einen Nachmittag vollends abtauchen konnte.

Deshalb werde ich immer mal wieder ein Auge auf die neuen Werke der Autorin werfen.

Rezension
Das Gerücht
Lesley Kara

Joanna zieht mit ihrem Sohn Alfie von London in eine Kleinstadt am Meer. Zunächst ist es die pure Idylle, dann hört sie, dass die Kindermörderin Sally McGowan, die als Zehnjährige einen Spielkameraden umbrachte, unter anderem Namen in der Stadt leben soll. Vor Jahrzehnten machte der Fall Schlagzeilen, inzwischen ist Sally längst aus dem Gefängnis entlassen worden. Unbedacht erzählt Joanna anderen Müttern von dem Gerücht und ihrem Verdacht, wer die Mörderin von damals sein könnte. Sie ahnt nicht, was für eine verheerende Spirale von Ereignissen sie damit in Gang setzt. Und wie sehr sie selbst in diese Geschichte verstrickt ist.

 

Mein erstes Buch „Die Lüge“ von der Autorin habe ich Anfang letzten Jahres gelesen und weil es mir mehr als gut gefallen hat, war ich dementsprechend neugierig auf „Das Gerücht“.

Die Geschichte klingt nach einem absolut interessanten Plot, aber leider konnte mich die Umsetzung nicht so sehr, wie gehofft, begeistern.

Der Schreibstil ist flüssig und die Figuren interessant vielschichtig, was mir richtig gut gefiel.

Allerdings habe ich in den ersten 150 Seiten auf mehr Spannung gehofft, denn die Story plätscherte ein wenig vor sich hin. Ab der Hälfte hat mir das Buch jedoch wesentlich besser gefallen, denn die Handlungen haben mit jedem Kapitel an Fahrt aufgenommen.

Alles lief am Ende logisch und passend zusammen, sodass keine Fragen offen geblieben sind.

Grundsätzlich wurde ich gut unterhalten, habe aber das gewisse Etwas vermisst, von dem ich weiss, dass die Autorin dazu fähig ist. 

Am 16.02.2023 erscheint „Die Drohung“ und ich kann es kaum erwarten, herauszufinden, ob Lesley Kara mich mit ihrem neusten Werk ebenso wie mit „Die Lüge“ überzeugen kann.  

Rezension
Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß
Hiromi Kawakami

Eine selbstbewusste Frau, ein alter, weiser Mann, reichlich Sake, etwas Walfischspeck und immer wieder Lotuswurzel - Zutaten dieser stillen, faszinierend fremden Liebesgeschichte aus Japan. Tsukiko ist achtunddreißig und lebt allein. Zur Liebe, glaubt sie, sei sie nicht begabt. Da trifft sie in einer Kneipe ihren alten Japanisch-Lehrer wieder, den sie nur den Sensei nennt. Auch er lebt allein, in einer etwas verwahrlosten Wohnung, wo er merkwürdige Gegenstände sammelt. Einer sucht die Nähe des anderen und scheint gleichzeitig vor ihr zu fliehen.

 

Die Geschichte wird aus Momentaufnahmen ihres Lebens der beiden beschrieben, die aus der Sicht von Tsukiko erzählt wird.

Es ist keine Liebesgeschichte im klassischen Sinn, wie ich es erwartet habe, sondern über eine sich annähernde intensive Freundschaft.

Mit ein wenig Hintergrundwissen über die Kultur Japans, kann man jedoch verstehen, warum dieses Buch doch eine sehr sanfte Liebesgeschichte ist.

Mir gefielen die leisen und unaufgeregten Töne, wie die Autorin diese intensive zwischenmenschliche Beziehung transportiert, die wahnsinnig gefühlvoll auf mich gewirkt hat.

Das Buch hätte gerne doppelt so viele Seiten haben dürfen und ich weiss jetzt schon, dass ich diese Geschichte garantiert ein zweites Mal lesen werde.

Ich bin eine lange Zeit um dieses Büchlein herumgeschlichen und glücklich darüber, es endlich gelesen zu haben, denn es ist ein literarisches Werk, das bleibt, weil es mich berührt hat.

Hiromi Kawakami hat es geschafft, mich für sich zu begeistern und deshalb freue ich mich bereits sehr auf ein weiteres Buch von ihr, welches bereits bei mir einziehen durfte „Am Meer ist es wärmer“, und das ich ganz bald lesen werde.

Rezension
Der Erstgeborene
Michael Robotham

Der Psychologe Cyrus Haven berät die Polizei in Nottingham bei der Aufklärung von Straftaten. Dabei wurde er als Jugendlicher selbst Opfer eines Verbrechens: Sein geistig verwirrter Bruder Elias ermordete die gesamte Familie, nur Cyrus überlebte das Massaker. Nun, 20 Jahre später, soll der angeblich geheilte Elias in Cyrus' Obhut entlassen werden – und konfrontiert diesen auf brutale Art mit seiner Vergangenheit. Zudem muss der Psychologe sich noch um sein Mündel Evie Cormac kümmern: eine aufsässige Teenagerin mit der Gabe, jede Lüge zu enttarnen. Als Cyrus in einem Mordfall ermittelt und Evie dem Täter allzu nahe kommt, geraten sie beide in tödliche Gefahr

 

Erst kürzlich habe ich den zweiten Teil gelesen und war in wahnsinniger Vorfreude auf die Fortsetzung dieser genialen Reihen.

Der Autor hat mich auch mit „Der Erstgeborene“ völlig gefesselt und begeistert. 

Er schafft es, die einzelnen Figuren gekonnt weiterzuentwickeln und ihren Profilen, die sehr ausgefeilt sind, mit jedem Band noch mehr Tiefe zu verleihen.

Die beiden Hauptcharaktere Cyrus und Evie sind mir mittlerweile ans Herz gewachsen und es war einfach schön, die beiden ein stückweit erneut zu begleiten.

Ebenfalls war der Plot sehr ausgeklügelt und wurde fabelhaft umgesetzt, sodass ich das Buch in kürzester Zeit beendet habe, so sehr bin ich durch die Seiten gerauscht.

Michael Robotham ist für mich nicht nur ein Spannungskünstler, sondern steht für Qualität. Seine Werke verdienen zu recht den Titel Psychothriller und sein Schreibstil ist unverwechselbar.

Falls ihr den Autor noch nicht kennt, spreche ich an dieser Stelle eine absolute Empfehlung aus. Lasst euch unbedingt auf eine Entdeckungsreise ein. 

Bislang habe ich von ihm die drei Bände dieser Reihe gelesen, sowie „Wenn du mir gehörst“ und fand alle Bücher großartig. 

Demnächst werde ich seine Reihe rund um Joe O´Loughlin und Vincent Ruiz beginnen. Natürlich steige ich von Anfang an ein, mit Band 1 „Adrenalin“. 

Ich freue mich sehr auf den für mich neuen Reihenbeginn und auf natürlich weitere Bücher des Autors.

Rezension
Freundin bleibst du immer
Tomi Obaro

Drei Frauen. Drei Jahrzehnte. Die Freundschaft ihres Lebens.

Als Funmis Tochter in Lagos heiratet, kommen die drei unzertrennlichen Freundinnen Funmi, Enitan und Zainab wieder zusammen. Nach der Universität führten ihre Wege in unterschiedliche Richtungen: Enitan, die sich immer Sicherheit wünschte, ist nun getrennt und alleinerziehend, die künstlerisch begabte Zainab pflegt ihren Mann, der nach einem Schlaganfall gelähmt ist. Funmi lebt als Frau eines zwielichtigen Geschäftsmannes ein Luxusleben im goldenen Käfig. Gemeinsam denken Zainab, Funmi und Enitan darüber nach, was sie geliebt und verloren haben. Aber auch die Gegenwart birgt Überraschungen, denn ihre Töchter sind genauso rebellisch und offenherzig, wie sie es einst waren.

 

Die Autorin hat es geschafft, mich mit auf eine Reise nach Nigeria zu nehmen und ich durfte beim Lesen Teil dieser ganz besonderen Frauenfreundschaft sein. Jede Einzelne könnte für sich unterschiedlicher nicht sein, was ich total spannend fand, genau wie die Konstellation an sich.

Im ersten Moment denkt man, dass dies ein locker leichtes Buch ist, doch es ist so viel mehr. 

Mich hat der Tiefgang dieser Geschichte sehr bewegt und mehr als transportiert, wie schön und wichtig es ist, Freundschaften zu haben, zu pflegen, wertzuschätzen und das manche Verbindungen im Leben nicht reißen, egal was passiert. Das hat mich wahnsinnig berührt. 

Ich habe das Buch gern gelesen und was mir bei der Erzählung ebenfalls sehr gefiel, ist die Art wie die Autorin authentisch beschreibt, dass vieles im Leben nicht nach Plan und Vorstellung verläuft, was wir sicherlich alle kennen. 

Tomi Obaro hat mit diesem Roman auch mein Interesse für Nigeria geweckt, sodass ich mich, nachdem ich das Buch ausgelesen hatte, über einige Dinge, wie zum Beispiel Politik und Kultur, informiert habe. Nigeria hat mich noch nicht losgelassen und ich werde sicherlich noch mehr in Erfahrung bringen.

„Freundin bleibst du immer“ war ein schönes und berührendes Leseerlebnis, welches bei mir noch mehr Lust auf Bücher über das Thema Freundschaft und andere Kulturen entfacht hat.